Trendlinien erklärt

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Was sind Trendlinien?

Im Kontext der Finanzmärkte sind Trendlinien diagonale Linien, die in Diagrammen dargestellt werden. Sie verbinden spezifische Datenpunkte und erleichtern es Chartisten und Tradern, Preisbewegungen zu visualisieren und Markttrends zu identifizieren. Trendlinien gelten als eines der grundlegendsten Werkzeuge in der Technischen Analyse (TA).

Sie werden häufig an den Märkten für Aktien, Fiat-Währungen, Derivate und Kryptowährungen eingesetzt. Im Wesentlichen funktionieren Trendlinien wie Support- und Widerstandslevel, bestehen aber aus Diagonalen anstelle von horizontalen Linien. Als solche können sie entweder eine positive oder negative Steigung aufweisen. Im Allgemeinen gilt: Je größer die Steigung der Linie, desto stärker ist der Trend.

Wir können Trendlinien in zwei grundlegende Kategorien unterteilen: aufsteigend (Aufwärtstrendlinie) und absteigend (Abwärtstrendlinie). Wie der Name schon sagt, wird eine Aufwärtstrendlinie von einer niedrigeren zu einer höheren Chart-Position gezogen. Es verbindet zwei oder mehr Tiefpunkte, wie in der Abbildung unten dargestellt.


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Im Gegensatz dazu wird eine Abwärtstrendlinie von einer höheren zu einer niedrigeren Position im Diagramm gezogen. Es verbindet zwei oder mehr Höhepunkte.


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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Arten von Linien in der Auswahl der Punkte besteht, die zum Zeichnen verwendet werden. In einem Aufwärtstrend werden die Linien mit den niedrigsten Punkten im Chart gezeichnet (d.h. Kerzen-Enden (Lunten) bilden höhere Tiefststände). Andererseits werden Abwärtstrend-Linien mit den höchsten Werten gezeichnet (d.h. Kerzen-Spitzen (Dochte) bilden niedrigere Höhen).


Wie man Trendlinien verwendet

Basierend auf den Höhen und Tiefen eines Charts zeigen Trendlinien an, wo der Kurs kurzzeitig dem vorherrschenden Trend getrotzt, ihn getestet und sich dann wieder zu seinen Gunsten geändert hat. Die Linie kann dann erweitert werden, um zu versuchen, wichtige Werte in der Zukunft vorherzusagen. Solange die Trendlinie nicht unterbrochen ist, gilt sie als gültig.

Trendlinien können zwar in allen Arten von Datendiagrammen verwendet werden, basieren aber in der Regel auf Marktpreisen. Das bedeutet, dass sie auch Einblicke in das Marktangebot und die Marktnachfrage geben können. Natürlich deuten Aufwärtstrendlinien auf eine zunehmende Kaufkraft hin (Nachfrage ist höher als Angebot). Abwärtstrendlinien sind mit stetigen Preisrückgängen verbunden, was auf das Gegenteil hindeutet (Angebot ist höher als Nachfrage).

Allerdings sollte bei solchen Analysen auch das Handelsvolumen berücksichtigt werden. Wenn beispielsweise der Preis steigt, das Volumen aber abnimmt oder relativ niedrig ist, kann dies einen falschen Eindruck von einer erhöhten Nachfrage erwecken.

Wie bereits erwähnt, werden Trendlinien zur Identifizierung von Support- und Widerstandslevels verwendet, die zwei grundlegende, aber sehr wichtige Konzepte der technischen Analyse sind. Eine Aufwärtstrendlinie zeigt Supportlevels unter die der Preis wahrscheinlich nicht fallen wird. Im Gegensatz dazu verdeutlicht die Abwärtsbewegung Widerstandslevels, bei denen ein Preisanstieg unwahrscheinlich ist.

Mit anderen Worten, der Markttrend kann als ungültig angesehen werden, wenn die Support- und Widerstandslevels durchbrochen werden, entweder nach unten (für eine Aufwärtstrendlinie) oder nach oben (für eine Abwärtstrendlinie). In vielen Fällen, wenn diese wichtigen Levels den Trend nicht halten, neigt der Markt dazu, die Richtung zu ändern.

Dennoch ist die technische Analyse ein subjektives Feld, und jede Person kann eine völlig andere Methode zum Zeichnen von Trendlinien präsentieren. Daher kann es sich lohnen, mehrere TA-Techniken sowie die Fundamentale Analyse zu kombinieren, um Risiken zu reduzieren.


Wie man gültige Trendlinien zeichnet

Obwohl Trendlinien technisch gesehen zwei beliebige Punkte in einem Chart verbinden können, sind sich die meisten Chartisten einig, dass die Verwendung von drei Punkten oder mehr die Voraussetzung für eine gültige Trendlinie ist. In einigen Fällen können die ersten beiden Punkte verwendet werden, um einen Trend im Potenzial zu definieren, und der dritte Punkt (in der Zukunft) kann verwendet werden, um seine Gültigkeit zu testen.

Wenn also der Preis die Trendlinie drei- oder mehrmals berührt, ohne sie zu durchbrechen, kann der Trend als gültig angesehen werden. Das mehrfache Testen der Trendlinie deutet darauf hin, dass der Trend kein reiner Zufall ist, der durch Preisschwankungen verursacht wird.


Skalierungseinstellungen

Zusätzlich zur Auswahl von genügend Punkten, um eine gültige Trendlinie zu erstellen, ist es wichtig, die richtigen Einstellungen beim Zeichnen zu berücksichtigen. Zu den wichtigsten Chart-Einstellungen gehören die Skalierungseinstellungen.

In Finanzcharts bezieht sich die Skala auf die Art und Weise, wie die Kursentwicklung dargestellt wird. Die beiden beliebtesten Skalen sind arithmetisch und semilogarithmisch (Semi-Log). Auf einem arithmetischen Diagramm wird die Änderung gleichmäßig ausgedrückt, wenn sich der Preis auf der Y-Achse nach oben oder unten bewegt. Semi-Log-Charts zeigen Abweichungen in Prozent. 

Zum Beispiel würde eine Preisänderung von $5 auf $10 die gleiche Strecke auf einem arithmetischen Diagramm zurücklegen wie eine von $120 auf $125. Auf einem Semi-Log-Chart würde der 100%ige Gewinn ($5 bis $10) jedoch einen viel größeren Teil des Charts einnehmen, im Gegensatz zu dem 4%igen Anstieg der $120 bis $125 Bewegung.

Es ist wichtig, die Skalierungseinstellungen beim Zeichnen von Trendlinien zu berücksichtigen. Jede Art von Chart kann zu unterschiedlichen Höchst- und Tiefstständen und damit zu leicht unterschiedlichen Trendlinien führen.


Fazit

Obwohl sie nützliche Werkzeuge für die technische Analyse sind, sind Trendlinien bei weitem nicht narrensicher. Die Wahl der Punkte, mit denen Trendlinien gezogen werden, beeinflusst den Grad der Genauigkeit, mit der sie reale Trends repräsentieren und macht sie damit etwas subjektiv. 

Zum Beispiel zeichnen einige Chartisten Trendlinien, die nur auf dem Körper der Kerzen basieren, ohne die Wicks (d. h. die oberen und unteren Schatten) zu berücksichtigen. Andere ziehen es vor, Linien entsprechend den Höhen und Tiefen der Schatten zu zeichnen. 

Daher ist es wichtig, Trendlinien in Verbindung mit anderen Charting-Tools und Indikatoren zu verwenden. Bemerkenswerte Beispiele für andere TA-Indikatoren sind die Ichimoku Clouds, Bollinger Bands (BB), MACD, Stochastisches RSI, RSI, und Moving Averages.

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